3 Gemeinkosten-Controlling

Das Kapitel 3 "Gemeinkosten-Controlling" teilt sich auf in drei Hauptbereiche, die zur Lösung der Fallstudie bearbeitet werden müssen:

3.1 Stammdaten
3.2 Innenaufträge
3.3 Planung

Allgemein:
A
ufgabe des Gemeinkosten-Controlling ist die Planung, Verrechnung, Steuerung und Überwachung der Gemeinkosten. Die Komponente Gemeinkosten-Controlling im SAP R/3-System wird zur Erfassung der Kosten eingesetzt, die sich nicht unmittelbar den betrieblichen Leistungseinheiten zuordnen lassen. Das Gemeinkosten-Controlling gliedert sich in folgende Teilkomponenten:

- Kostenstellenrechnung (CO-OM-CCA)

- Kostenartenrechnung(CO-OM-CEL)

- Innenaufträge (CO-OM-OPA)

- Prozesskostenrechnung (CO-OM-ABC) [welche in dieser Fallstudie nicht behandelt wird]

- Innerbetriebliche Leistungsabrechnung

Durch die Planung des Gemeinkostenbereichs lassen sich Standards festlegen, die eine Kontrolle der Kosten und eine Bewertung der innerbetrieblichen Leistungen ermöglichen. Sämtliche Gemeinkosten werden den Kostenstellen, auf denen sie angefallen sind, oder den Maßnahmen, die zu ihrer Entstehung führten, zugeordnet. Zur weiteren Verrechnung steht im SAP/R3-System ein umfangreiches Instrumentarium zur Verfügung. Mit seiner Hilfe können die Gemeinkosten verursachungsgerecht verrechnet werden

Am Ende der Buchungsperiode, nachdem alle Verrechnungen erfolgt sind, werden die an den Beschäftigungsgrad angepassten Plankosten (Sollkosten) den entsprechenden Istkosten gegenübergestellt. Die festgestellten Soll-/ Istabweichungen können bezüglich ihrer Ursachen analysiert werden und sind dann Gegenstand weiterführender Steuerungsmaßnahmen innerhalb des Controlling.

Kostenstellenrechnung

Mit der Kostenstellenrechnung (CO-OM-CCA) kann untersucht werden, wo im Unternehmen welche Kosten angefallen sind. Die Kostenstellen werden zur Erfassung und Weiterverrechnung der Gemeinkosten verwendet. Sie bilden die kleinsten Verantwortungsbereiche im Unternehmen und werden für die Zwecke des Controllings zu Steuerungs- und Entscheidungsbereichen zusammengefasst.. Jede Kostenstelle verfügt in der Komponente Gemeinkosten-Controlling über einen eigenen Stammsatz.

Außer den Kostenstellen werden in der Kostenstellenrechnung die folgenden Stammdaten geführt:

- Leistungsarten

- statistische Kennzahlen

Kostenartenrechnung

In der Kosten- und Erlösartenrechnung (CO-OM-CEL) wird aufgezeigt, welche Kosten und Erlöse angefallen sind.

Da das Rechnungswesen in R/3 als Einkreissystem gestaltet ist, steht die Definition der Kostenarten im R/3-Controlling in engem Zusammenhang mit den Sachkonten der Finanzbuchhaltung. Bei einem Einkreissystem werden die primären Kosten- und Erlösarten aus den Aufwands- und Ertragskonten des Kontenplans der Finanzbuchhaltung übernommen. Für die Pflege der Kostenarten wird deshalb in der Kostenartenrechnung zwischen primären Kosten- und Erlösarten sowie sekundären Kostenarten unterschieden.
Sekundäre Kostenarten werden nur in der Kostenrechnung geführt. Sekundäre Kostenarten dienen zur Fortschreibung von Verrechnungen innerhalb des Controllings. Für sekundäre Kostenarten darf es in der Finanzbuchhaltung von R/3 kein entsprechendes Sachkonto geben.

Innenaufträge

Mit Innenaufträgen werden Plan- und Istkosten gesammelt und kontrolliert, die für eine innerbetriebliche Maßnahme anfallen. Jeder Auftrag dient als Kontrollgröße für eine konkrete Aufgabenstellung. Außerdem kann die Kontrolle einer Kostenstelle mit Hilfe von Gemeinkostenaufträgen verfeinert werden. Für die Maßnahmen können Budgets vergeben werden, deren Einhaltung vom System überwacht wird.

Innerbetriebliche Leistungsverrechnung

Im Bereich der Gemeinkosten ist die verursachungsgerechte Zuordnung besonders schwierig. Ein gutes Hilfsmittel hierfür ist die innerbetriebliche Leistungsverrechnung (CO-OM-ACT), bei der die von der Kostenstelle erbrachten Leistungen als Bezugsgröße der Kosten verwendet werden. Alle Verrechnungstechniken sind durch eindeutige Sender- und Empfängerbeziehungen gekennzeichnet. Bei jeder Verrechnung wird der Sender zeit- und wertgleich mit dem Betrag entlastet, mit dem der Empfänger belastet wird.

 

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